Duschen beim Camping – Lösungen von Solardusche bis Camperbad
Duschen beim Camping: Von Solardusche bis See – so bleibst du unterwegs frisch
Wer mit dem Camper unterwegs ist, merkt schnell: Duschen ist nicht immer so einfach wie zu Hause. Gerade für Einsteiger ist das oft der Punkt, der vor dem ersten Trip die meisten Fragen aufwirft. Aber auch alte Hasen haben ihre Tricks und Lieblingslösungen. Manchmal ist der Sprung in den Badesee am Ende doch besser als jede Hightechdusche.
Welche Duschmöglichkeiten gibt’s überhaupt?
Die klassische Campingplatzdusche ist natürlich der einfachste Weg. Meistens sauber, oft warm, manchmal aber auch eine Geduldsprobe am Morgen, wenn halb Brandenburg gleichzeitig ansteht. Wer frei steht, hat es nicht immer so bequem. Dann gibt es drei Varianten: Die Dusche im eigenen Camper, mobile Outdoorduschen oder eben die Naturvariante.
Viele unserer Fahrzeuge – zum Beispiel der Camper Löwenherz 4×4 – bringen eine Außendusche mit. Klingt erstmal spartanisch. Ist aber an einem warmen Sommertag nach einer Wanderung unschlagbar. Und ehrlich: Wer draußen auf einer Wiese oder am Waldrand geduscht hat, sieht das Badezimmer zu Hause plötzlich mit anderen Augen.
Ich hab mal versucht, morgens um sieben auf einem Campingplatz in Italien zu duschen. Schlechte Idee. Vor mir standen ungefähr zwölf Leute mit Duschcaddys und dieser leicht aggressiven „Ich war zuerst hier“-Energie. Und dann stehst du da. Shampoo in der Hand. Kein Haken. Kein Regal. Kein Plan.
Die Dusche im Camper: Komfort, aber nicht immer Hotelfeeling
Wenn du Wert auf eine eigene Dusche legst, schau genau hin: Nicht jeder Camper hat eine vollwertige Nasszelle. Große Wohnmobile wie der Camper Elli bringen das mit. Duschkabine, oft auch Warmwasser. Praktisch, wenn du unterwegs flexibel sein willst und keine Lust hast, dich nach Öffnungszeiten von Sanitärgebäuden zu richten.
Die Dusche ist meistens kompakt. Zwei Erwachsene kriegen das hin, mit Kindern wird es schon sportlich. Und der Wassertank leert sich schneller, als viele denken. 20 bis 30 Liter gehen für eine normale Dusche gern drauf. Wer mit Kindern reist, findet in unserer Packliste für Camping mit Kindern noch ein paar Ideen, wie das Thema Hygiene nicht zum Chaos wird.
Nach einem langen Tag merkt man schnell: Der Boden ist nass, das Handtuch irgendwo zwischen Waschbecken und Tür eingeklemmt. Wer sich da morgens stressfrei frisch machen kann, hat seine Abläufe im Griff.
Outdoor- und Solarduschen: Einfach, günstig, flexibel
Wenn der Camper keine eingebaute Dusche hat oder du dich einfach draußen frisch machen willst, gibt es jede Menge Outdoorduschen. Die simpelste Bastellösung: eine große Wasserflasche mit ein paar Löchern im Deckel. Funktioniert, wird aber kalt. Wer es komfortabler mag, greift zur Solardusche – ein schwarzer Beutel, der in der Sonne hängt und das Wasser aufwärmt. Das dauert, je nach Wetter, aber auf 40 Grad kommt man an einem Sommertag schon mal.
Einige Modelle bringen sogar eine kleine Pumpe mit, elektrisch oder per Fuß. Die sind nicht billig und brauchen Strom, fühlen sich aber am ehesten wie eine Dusche zu Hause an. Wer zu zweit mit wenig Gepäck unterwegs ist, kommt mit der einfachen Beutellösung aus. Für Familien oder längere Touren lohnt sich die Investition in eine Pumpe.
Beim ersten Mal unterschätzen viele, wie viel Wasser sie brauchen. 10 Liter reichen für eine schnelle Dusche, mehr ist Luxus. Und immer dran denken: Nach dem Duschen den Beutel aufhängen und trocknen lassen, sonst wird es muffig.
Plastikmatte unter die Füße, sonst steht man irgendwann im Matsch. Passiert schneller, als man denkt.
Naturdusche, Badesee und Katzenwäsche – geht auch
Nicht jedes Hygieneproblem braucht eine Hightechlösung. Wenn du an einem See stehst, spricht nichts dagegen, einfach mal reinspringen. Klar, Seife gehört dann ins Gepäck. Aber bitte nur biologisch abbaubare Produkte. Alles andere hat in der Natur nichts verloren.
Wer keinen See in der Nähe hat, kommt auch mit Waschlappen, einer kleinen Wanne und warmem Wasser erstaunlich weit. Die berühmte „Katzenwäsche“ ist für viele unterwegs Standard. Gerade, wenn Wasser knapp ist oder das Wetter nicht zum Draußenduschen einlädt.
Für Notfälle gibt es noch Feuchttücher oder Trockenshampoo. Nimmt wenig Platz weg, macht aber auf Dauer kein Frischegefühl wie eine richtige Dusche. Noch ein Tipp: Eine kleine Plastikwanne ist Gold wert. Nicht nur für das Fußbad nach einer Wanderung, sondern auch, um Schuhe oder Handtücher auszulagern, damit im Camper alles halbwegs trocken bleibt.
Nachhaltigkeit nicht vergessen
So schön das Draußenduschen ist. Bitte immer an die Umwelt denken. Draußen wird nur mit Wasser und biologisch abbaubarer Seife gewaschen. Duschen am See? Dann mindestens 50 Meter Abstand zum Ufer halten, damit nichts ins Wasser gelangt. Auf Campingplätzen gibt es oft extra Duschplätze für Outdoorduschen, die das Abwasser auffangen. Und egal, wie praktisch Feuchttücher sind: Die gehören am Ende in den Müll, nicht ins Gebüsch.
Wasser sparen ist beim Campen sowieso immer ein Thema. Wer den Wasserhahn nicht dauerhaft laufen lässt und sparsam dosiert, kommt länger mit dem Frischwasser aus und schont nebenbei Natur und Geldbeutel. Im Camper selbst sieht man bei der Rückgabe schnell, wer geübt im Wassersparen ist. Der Grauwassertank ist dann meist noch halb voll.
Wenn keine Dusche in Sicht ist
Schwimmbäder, Raststätten oder Fitnessstudios bieten oft Duschmöglichkeiten gegen eine kleine Gebühr. Gerade auf längeren Roadtrips ein echter Geheimtipp. Einfach freundlich nachfragen. In Städten und an Autobahnen gibt es mehr Möglichkeiten, als man denkt.
Und wenn gar nichts hilft: Katzenwäsche im Camper. Fenster auf. Musik an.



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