Wohnmobil-Entsorgungsstation: Anleitung für Anfänger & Mieter | Wohnmobile mieten in Berlin bei MioCamper.de

Wohnmobil-Entsorgungsstation: Anleitung für Anfänger & Mieter

Wohnmobil Entsorgungsstation: So klappt das Entleeren von Abwassertank und Toilette unterwegs

Wasser zapfen, Grauwasser ablassen, Kassette schleppen – klingt erstmal nach Arbeit, ist aber im Camper-Alltag schnell Routine. Gerade, wenn man es einmal richtig erklärt bekommen hat. Ich habe die letzte Tour durch Schweden wieder gemerkt: Entsorgungsstationen sind nicht nur irgendwo auf dem Campingplatz versteckt, sondern an vielen Rastplätzen, Tankstellen oder sogar mitten im Wald. Manchmal kostet es ein paar Euro, oft ist es gratis. Die Abläufe sind immer ähnlich. Und ehrlich: Wer das Prinzip einmal durchschaut hat, steht beim nächsten Mal nicht ratlos vor der großen Edelstahlrinne.

Was ist überhaupt eine Entsorgungsstation?

Eine Entsorgungsstation für Wohnmobile ist ein ziemlich unspektakulärer Ort: meistens ein Betonplatz mit Bodeneinlass, einem Wasserhahn, manchmal noch einem extra Ausguss für die Toilettenkassette. Die wenigsten machen ein Instagram-Foto davon. Trotzdem ist das einer der wichtigsten Stopps auf jeder Wohnmobilreise. Hier läuft alles ab, was mit Abwasser, Frischwasser und manchmal auch Strom zu tun hat.

Es gibt einfache Varianten: ein Wasserhahn, ein Bodengulli, das war's. Und es gibt die Luxusversion mit separaten Spülanschlüssen, Münzautomaten für Frischwasser und extra Tischen für die Kassette. In Schweden stehen an vielen öffentlichen Parkplätzen kostenlose Stationen. In Südeuropa kostet das Wasser auch mal vier Euro für hundert Liter.

Wo finde ich Entsorgungsstationen?

Entsorgungsstationen gibt es auf fast jedem Campingplatz. Aber auch viele Wohnmobil Stellplätze, Autobahnraststätten, Yachthäfen oder größere Tankstellen bieten die Möglichkeit, Abwasser und Fäkalien loszuwerden und frisches Wasser zu tanken. Wer nicht auf gut Glück losfahren will, nutzt am besten Apps wie Park4Night. Über die App kann man gezielt nach Ver und Entsorgungsstationen filtern. Das funktioniert nicht nur in Skandinavien, sondern genauso in Brandenburg oder am Bodensee. Ein echter Gamechanger, gerade für Anfänger oder spontane Roadtrips. Wer mehr zum Thema Stellplatzsuche per App erfahren will, findet bei Park4night & MioCamper: Stellplatz finden, Abenteuer starten einen ausführlichen Erfahrungsbericht.

Kleine Randnotiz: In Schweden war es auf vielen Stationen selbstverständlich, dass die Entsorgung nichts kostet. In Deutschland sind es meist ein bis zwei Euro für Frischwasser, die Abwasserentsorgung ist dagegen fast immer kostenlos.

Der Unterschied: Grauwasser, Schwarzwasser, Frischwasser

Das klingt nach Chemie Unterricht, ist aber eigentlich einfach. Und wichtig, damit unterwegs nichts durcheinandergerät.

Frischwasser: Das ist das Wasser im Tank, das für Dusche, Abwasch und die Toilettenspülung genutzt wird. Trinken würde ich das aus dem Camper Tank nur selten. Lieber extra Trinkwasser mitnehmen.

Grauwasser: Das Abwasser aus Waschbecken, Spüle oder Dusche. Also alles, was nach dem Händewaschen, Zähneputzen oder Geschirrspülen im Abfluss landet.

Schwarzwasser: Das ist das „echte" Schmutzwasser. Alles, was aus der Chemietoilette kommt. Also Fäkalien und Toilettenpapier. Wird in einer separaten Kassette oder, bei manchen US Campern, in einem eigenen Tank gesammelt.

Im Alltag sieht das so aus: Grauwasser wird meistens direkt am Bodeneinlass der Entsorgungsstation abgelassen. Die Toilettenkassette wird am Spezial Ausguss entleert. Bei Unsicherheiten lieber einmal nachfragen als falsch ablassen.

Schritt für Schritt: So funktioniert die Entsorgung

Die erste Entsorgung ist für viele ein komischer Moment. Die meisten Mieter fragen bei der Übergabe, wie das überhaupt geht und was man auf keinen Fall machen sollte. Hier die wichtigsten Punkte aus der Praxis:

Grauwasser ablassen Fahr das Wohnmobil so, dass der Grauwasserauslass direkt über dem Bodeneinlass steht. Ablasshahn aufdrehen, warten, bis nichts mehr kommt. Gerade im Sommer kann das Wasser ordentlich riechen. Kein Drama, aber ein Grund, den Tank regelmäßig zu leeren. Danach den Ablauf kurz mit Wasser abspülen, falls ein Schlauch da ist.

Toilettenkassette entleeren Die Kassette wird meist von außen entnommen. Griff rausziehen, zur Entsorgungsstation tragen. Deckel abschrauben, Inhalt vorsichtig in den Ausguss kippen. Achtung, Spritzergefahr. Die meisten Stationen haben einen extra Wasserhahn zum Spülen. Spülgang nicht vergessen, dann die Kassette wieder einsetzen.

Frischwasser auffüllen Frischwasserschlauch dran, Hahn auf. Nicht den Trinkwasserschlauch mit dem Spülschlauch für die Kassette verwechseln. Wer einmal mit dem falschen Schlauch Frischwasser nachgefüllt hat, weiß, warum das keine gute Idee ist. Im Zweifel eigenen Schlauch nutzen.

Sauber hinterlassen Klingt banal, wird aber oft vergessen: Wer nach sich aufräumt, hat auch beim nächsten Mal weniger Ekelfaktor. Also kurz den Abfluss abspülen, den Platz sauber hinterlassen, fertig.

Was kostet die Entsorgung?

Das ist von Ort zu Ort unterschiedlich. In Schweden war es oft kostenlos, manchmal zwei bis vier Euro für Wasser, aber nie eine böse Überraschung. In Deutschland sind ein bis zwei Euro für Frischwasser üblich, Abwasserentsorgung kostet meist nichts. An manchen Raststätten gibt es Münzautomaten, also Kleingeld bereithalten. Und: Nicht jede Station ist ganzjährig in Betrieb. Im Winter sind viele Wasserstationen abgestellt, weil Leitungen einfrieren könnten.

Was sollte man auf keinen Fall tun?

Das Entsorgen von Abwasser in der Natur ist verboten. Und zwar überall. Wer erwischt wird, zahlt hohe Strafen und sorgt dafür, dass Stellplätze geschlossen werden. Also: Grauwasser und Schwarzwasser immer an offiziellen Stationen entsorgen. Raststätten WCs oder öffentliche Toiletten sind keine Entsorgungsstationen für Chemietoiletten. Auch das wird manchmal verwechselt. Im Zweifel lieber einmal mehr suchen. Mit Apps wie Park4Night dauert das keine fünf Minuten.

Noch ein paar Tipps aus der Praxis

Wer zum ersten Mal mit Mietcamper unterwegs ist, sollte sich an der Station ruhig Zeit nehmen. Nicht hetzen lassen. Ich habe schon erlebt, dass gerade bei der ersten Entsorgung der eine oder andere Deckel im Abfluss verschwindet. Wer einen eigenen Wasserschlauch dabei hat, muss nicht den Campingplatz Schlauch nehmen, über den schon Hund und Kind gelaufen sind. Und: Bei der Rückgabe sieht man oft, wer die Kassette regelmäßig geleert hat. Der Geruch lügt nicht.

Wer sich bei der Stellplatzsuche und der Entsorgung unsicher ist, kann bei der Fahrzeugübernahme nachfragen. Ich erkläre das immer gern nochmal direkt am Fahrzeug. Nach zwei, drei Mal läuft das wie von selbst.

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